RAW vs JPEG — Was solltest du nutzen?
Wenn deine Kamera ein Foto aufnimmt, kann sie es in zwei Formaten speichern: JPEG (ein fertiges, komprimiertes Bild) oder RAW (alle unverarbeiteten Daten vom Sensor). Stell es dir wie Kochen vor: JPEG ist das fertige Gericht, RAW sind alle Zutaten noch auf der Arbeitsfläche. Beides hat seinen Platz.
JPEG: Sofort teilbar
JPEG-Dateien sind klein, universell kompatibel und sehen direkt aus der Kamera gut aus. Die Kamera verarbeitet das Bild intern: passt Kontrast an, schärft, wendet Weißabgleich an und komprimiert die Datei. Ideal für Social Media, ungezwungenes Fotografieren und wenn du nicht bearbeiten willst. Der Nachteil: Die Kamera verwirft Daten bei der Komprimierung. Wenn Belichtung oder Weißabgleich nicht stimmen, ist der Spielraum für spätere Korrektur begrenzt.
RAW: Maximale Flexibilität
RAW-Dateien enthalten alle Daten, die der Sensor aufgenommen hat. Nichts wird verworfen, nichts verarbeitet. Das bedeutet, du kannst Belichtung, Weißabgleich, Lichter und Schatten drastisch anpassen, ohne Qualitätsverlust. RAW-Dateien sind größer (2–5x so groß wie JPEG), brauchen spezielle Software (Lightroom, Capture One oder kostenlose wie RawTherapee) und erfordern manuelle Bearbeitung. Aber für wichtige Fotos, bei denen du die bestmögliche Qualität willst, ist RAW unübertroffen.
Praxis-Tipp
Stelle deine Kamera auf RAW+JPEG (die meisten Kameras bieten das an). Du bekommst beide Dateien für jede Aufnahme. Nutze die JPEGs zum schnellen Teilen und die RAW-Dateien, wenn du ernsthaft bearbeiten willst. Nach ein paar Wochen weißt du, welches Format zu deinem Workflow passt.
Häufige Fragen
Brauche ich teure Software, um RAW-Dateien zu bearbeiten?
Nein. RawTherapee und darktable sind kostenlose, quelloffene RAW-Editoren, die sehr leistungsfähig sind. Lightroom ist beliebt, kostet aber ein monatliches Abo. Selbst die kostenlose Fotos-App auf den meisten Systemen kann grundlegende RAW-Anpassungen. Starte kostenlos, upgrade später bei Bedarf.
Werden meine Fotos durch RAW automatisch besser?
Nicht automatisch. RAW-Dateien sehen direkt aus der Kamera sogar flacher und matter aus als JPEG. Der Vorteil ist das Rettungspotenzial: Wenn deine Belichtung um 1–2 Stufen daneben liegt, kannst du es mit RAW korrigieren. Bei JPEG geht das nicht. Aber ein gut belichtetes JPEG sieht ohne Bearbeitung klasse aus.
Setz es direkt um
Nutze den Wizard für Kameraeinstellungen zu deiner nächsten Aufnahme — basierend auf dem, was du gerade gelernt hast.